Hinein in die Zukunft


Ronja mit Großmeister M. Shibamori

Abitur und nun? – Mein Weg in die Zukunft

 

 

Die Zukunft. Ein Wort, welches die Zeit nach der Gegenwart beschreibt also nach dem Hier und Jetzt. Dabei kann es sich um 5 Minuten handeln oder 5 Stunden oder auch 5 Jahre. Ganz egal, es gehört alles zur Zukunft dazu bis zu dem Zeitpunkt wo sie Eintritt. Für mich war die Zukunft immer etwas, was zeitlich gesehen ganz weit vor mir lag. Etwas wofür ich noch Zeit habe. Erst Mal mit der Gegenwart klar kommen, bevor ich an die Zukunft denke. Wenn für mich die Zukunft ein Datum hätte haben müssen dann wäre es wohl der 11. Juli diesen Jahres gewesen. Der Tag nach der Vergabe meines Abiturzeugnisses. Ab diesen Moment würde meine Zukunft beginnen, denn es ist der Tag an dem ich ganz allein bestimmen kann welchen Weg ich gehen möchte, wie meine Zukunft aussehen soll. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Die Tage an denen ich über meine Zukunft bestimmt habe, waren der 5.11.2019 und der 15.6.2020. Im letzten Jahr entschied ich mich für ein Polizeistudium nach der Schule. Schön und gut. Doch nach einer kurzen Zeit durfte ich schon festzustellen, dass ich die Anmeldefrist verpasst hatte und ich mich erst wieder nächstes Jahr für das kommende Jahr also 2021 bewerben kann. Ab dann stand eine neue Frage betreffend meiner Zukunft im Raum. „Was soll ich das Jahr zwischen Schulende und Studienbeginn machen?“ Reisen war meine Antwort. Doch Corona war da anderer Meinung. Und somit kommen wir auch schon zum zweiten Datum. Am 15.6 diesen Jahres habe ich meinen Trainer angeschrieben und gefragt, ob er eine Idee hat, wo ich einen Freiwilligen Dienst im Sport machen kann. Er hatte eine noch viel bessere Idee.

 

Und hier bin ich nun. Im Zentrum OstWest. Einer kleinen Praxis, die in dem verschlafenen Örtchen Kirchhatten, ungefähr 17 km von Hude und rund 21 km von Oldenburg entfernt liegt und trotz ihrem unscheinbaren Aussehen von Außen eine Oase der Ruhe und des Friedens darstellt. Und genau an diesem Ort werden ich ein Jahr lang ein freiwilliges Praktikum machen.

Das Zentrum OstWest stellt eine Vereinigung der westlichen Schulmedizin und der traditionellen östlichen Heilkunst dar und wurde von Christoph Löffler vor einigen Jahren ins Leben gerufen, der als Heilpraktiker im Bereich Physiotherapie und als Reha- und Athletiktrainer seit langem tätig ist. Mit den Themen Gesundheitssport, Training von Freizeit- und Leistungssportlern, Aus- und Fortbildung im Bereich Sport und Therapie, wie auch ein wenig Marketing und Öffentlichkeitsarbeit greift das Praktikum genau die Inhalte auf, die mich im Privatem, wie auch während der Schulzeit sehr beschäftigt haben.

 

Vor fast vier Wochen, am 03.08.2020 war es auch schon so weit. Oder zumindest fast. Die erste Woche in meinem Praktikum verbrachte ich in Eigenarbeit Zuhause. Ich hatte zuvor Aufgaben von Chris, meinem Ansprechpartner im OstWest Zentrum bekommen, um erst Mal in das Thema rund um Physiotherapie reinzukommen und mit ihm vorerst eine 20 Stundenwoche vereinbart. Auch, wenn es ein leicht ungewöhnlicher Start in ein Praktikum war, empfand ich es doch als einen sehr angenehmen Schritt in einen neuen Abschnitt meines Lebens. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Woche mit Lesen und habe das ganze Wissen in mich aufgesogen, bis mir jedes Mal der Schädel brummte. Die Themen, die sich auch in den Aufgaben wiederspiegelten, handelten von der menschlichen Anatomie, dem Muskelverständnis mit einigen Beispielen und den anatomischen Richtungsangaben, die den menschlichen Körper in Ebenen, Achsen und Bewegungen aufteilen. Nach dieser Woche stand ich dann am Montagmorgen, dem 10. August um 9 Uhr auf dem kleinen Parkplatz vorm Zentrum OstWest und war leicht aufgeregt. Der erste Arbeitstag nach meiner dreizehnjährigen Schulausbildung lag vor mir und trotz meiner Aufregung war ich mir sicher, dass ich mich für das Richtige entschieden hatte. Es war etwas, was ich mir selbst ausgesucht hatte, ohne dazu von der Schule verpflichtet worden zu sein, weshalb ich das Gefühl hatte mit ganz neuem Elan an dieses spannende Jahr ran gehen zu können. Und mein Bauchgefühl behielt Recht.

Nach einer kurzen Begrüßung setzten sich Chris und ich am Montag schon gleich zusammen und besprachen die Aufgaben der letzten Woche und meine vielen Fragen, die mir Chris ausführlich beantwortete und noch mithilfe ein paar Graphiken und dem bekannten Schulskelett Oscar veranschaulichte. Nach einer Pause erhielt ich auch schon die neuen Aufgaben für diese Woche, an denen ich bis Praktikumsende, 15 Uhr, saß. Der nächste Tag sollte jedoch noch vielversprechender werden.

Der „Functional-Movement-Screen“ ist ein standardisierter Beweglichkeits- und Stabilitätstest aus Amerika, welcher die konditionellen Fähigkeiten eines Menschen überprüft, um ineffiziente Bewegungsmuster zu erfassen und somit potentiellen Verletzungen vorzubeugen. Und an diesem Tag war ich an der Reihe. Nach den sieben Standartübungen des FMS und den rund 57 Übungen der Differentialdiagnostik, besprachen wir meine Ergebnisse und Chris machte sich daran, einen individuellen Trainingsplan für mich zu erstellen. Und somit stand auch schon der letzte Tag meiner ersten Woche an, wo ich zum ersten Mal an einer kleinen Therapiesitzung mit dem Einverständnis des Patienten teilnehmen durfte. Somit war meine erste 20 Stunden Woche auch schon vorbei. Ich bin schon gespannt, wie meine weitere Zukunft, hier im Zentrum OstWest aussehen wird.

 

Über Chris Löffler


Als Heilpraktiker im Bereich Physiotherapie sowie als Athletik- und Reha-Trainer habe ich 2015 das zentrum OstWest gegründet. In eigener Praxis ist es mir möglich, die wertvollen Aspekte westlicher Schulmedizin und traditioneller Heilkünste zu vereinen. Neben meiner schulmedizinischen Ausbildung zog mich insbesondere die ostasiatische Heilkunst des Reiki (4. Grad) an, die durch mein Wissen und Handeln als Achtsamkeits-Coach gleichsam gesundheitsfördernd wirken kann.

 

Viele Erfahrungswerte haben meine Art und Weise der Betrachtung einer Versorgung von Menschen im gesundheitlichen Bereich geprägt; sei es durch meine sämtlichen Stationen im Profisport, als Spieler in der 2. Basketball-Bundesliga, sei es im Fußball, als Reha- und Athletik-/Fitnesstrainer beim BVB in Dortmund (1. Bundesliga) und der Sportfreunde in Lotte (3. Bundesliga), sei es durch die Leitung des Leistungszentrums centrumed Athletik mit seinem integrierten Trainingsmanagement (Osnabrück) oder sei es durch meine eigene tägliche energetisch-meditative Schulung seit 10 Jahren.

 

Meine Arbeitsweise, die Dinge immer wieder aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, ist sicher auch durch die herausfordernden Wechsel meiner Lebensorte – geboren in Deutschland, Schule in London, die Verbindung von Studium und Basketball in Chicago und Philadelphia - befördert worden.

 

Der aktive Sport ist viele Jahre ein Begleiter meiner Laufbahn gewesen und wird es weiterhin sein, um die natürlichen und so wunderbar facettenreichen Eigenschaften des Körpers zu erhalten und zu fördern.

 

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